2. Einfluss-Grössen brainstormen

2. Schritt: Einfluss-Größen bestimmen

Die Aufgabe

In diesem Schritt gilt es eine Liste von Hauptwörtern, optional mit Verben, zu entwerfen. D.h. es sollten Dir mind. 8 Hauptwörter einfallen, die Dir spontan in den Sinn kommen, dass diese für die gestellte Frage relevant sein könnten.

Beispiele für Einfluss-Größen

Auf eine beispielsweise gestellte Frage

„Wie schaffe ich es mich gesünder zu ernähren?“

könnten folgende Hauptwörter mit optionalen Verben stehen:

  • Kochkurs
  • Bioladen einkaufen
  • Zucker
  • Gemüse
  • Diät ausprobieren
  • Bluttest
  • Internet-Recherche
  • Freunde fragen

Masse statt Klasse

Auch hier gilt wieder: schreib einfach alles auf, was Dir so einfällt. Ob es Dir nun als super-relevant vorkommt oder eher unwichtig, schreib es ungefiltert auf! Es kommt hier auf die Masse an und nicht die Qualität.

Warum? Manchmal haben auch vordergründig dumme Ideen Auswirkung auf später sehr gute neue Ansätze. Außerdem solltest Du nicht zu viel denken, sondern einfach nur machen und Dein Unterbewusstsein für Dich arbeiten und schreiben lassen. Kümmere Dich dabei nicht darum, ob die Wörter gut formuliert sind. Du weißt was damit gemeint ist.

Versuche nicht mehr als 10min zu brauchen!

Die Zielgruppe der Kübernetik sind Menschen, die den „Wald vor Bäumen nicht mehr sehen“, „stuck“ sind in der Vielzahl der Optionen, die sie ziehen könnten. Deshalb sollte es Dir für eine Dir wirklich wichtige Frage in Deinem Leben meist sehr leicht fallen, dass Du mehr als ein Dutzend Einfluss-Größen findest. Letztendlich schreibst Du hier nämlich nur geordnet einmal auf ein Blatt Papier, was Dir lange schon unzusammenhängend im Kopf herumschwirrt. Allein das Aufschreiben sollte Dir schon helfen, das Gefühl der Kontrolle über Deine Herausforderung zurückkommt. Und das fühlt sich gut an!

Nicht genügend Platz auf dem Canvas?

Es kann daher leicht vorkommen, dass Du mehr Einfluss-Größen bestimmst als die 13 freien leeren Zeilen auf dem Kübernetik-Canvas. Meine Empfehlung hier:

  • wenn Du die Kübernetik noch nicht mindestens drei mal ausführlich durchgearbeitet hast, dann lerne erstmal mit kleiner oder gleich 13 Einfluss-Größen. Du solltest später sowieso zur gleichen Frage oder aus dem Erlernten abgeänderten Frage, eine zweite Kübernetik machen. Darin kannst Du dann all Deine gemachten Erfahrungen einfließen zu lassen. Du darfst sozusagen den Elfmeter mehrfach schießen, bis Du Dein Tor erzielt hast. Die geübte Kübernetik verleiht daher auch eine Art Erfolgsgarantie, wenn Du die Methode eifrig und mit Fleiß verfolgst.
  • solltest Du erfahrender Kübernetiker sein und mehrere Kübernetiken erstellt haben, schreib die vielen Einfluss-Größen einfach auf ein Papier oder Flipchart, statt in den Canvas. Die Erfahrung zeigt, dass es selbst für, in ihren Themen reflektierte, Menschen bei ca. 20 Einfluss-Größen stockt und so leicht nicht schnell weitere gefunden werden. Wer 40 oder mehr findet, kein Problem. Schreib sie auf!

Kraut und Rüben oder was?

Der geneigte Perfektionist spürt womöglich etwas Bauchschmerzen einfach so Wörtern hinzuschreiben. Vor allem, wenn diese vielleicht a) erstmal nur rein gefühlt oder subjektiv sind, diese dann noch b) mit echten Fakten zu vermischt werden, womöglich c) noch dazu verschiedene Abstraktions-Ebenen durcheinander gebracht werden (z.B. Marketing als Überbegriff könnte genauso in der Liste stehen wie das hierarchisch darunter liegende Facebook-Marketing), usw.

Egal, kümmere Dich nicht um den Wust! Die Kübernetik wird den ggf. empfundenen Hühner-Haufen an durcheinander gewirbelten, erstmal nicht zusammengehörig wirkenden, Wörtern im Laufe der Bearbeitung automatisch ihre Bestimmung geben. Die Kübernetik ist so konstruiert, dass sie systemtheoretisch robust ist und die Selbstheilungs-Effekte inkludiert hat. Du kannst also nichts falsch machen!

Dies bezieht auch mit ein, dass wenn Du zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Ideen zu Einfluss-Größen hast, Du diese einfach hinzufügen, ändern oder entfernen kannst. Wie es Dir einfällt.

Machen lässt’s krachen

Schreib also schnell alles in der Liste auf was Dir einfällt und blockiere Dich nicht. Die meisten tun sich mit dem Aufschreiben von Listen nicht so schwer, da dies unserer Denkweise in westlichen Ländern entspricht. Die Einfluss-Größen die Du jedoch schreibst, sind Deine persönlichen und wenige auf dieser Welt werden exakt die gleichen Wörter für sich finden. So ist für die oben gestellte Wie-Frage ein anderes Hauptwörter-Set zu erwarten, wenn jemand Allergiker ist, gerne kocht, 65 Jahre alt ist, usw. Es ist Deine Liste und auch Deine Kübernetik, die auch Deine Individualität ausmacht.

Wie gehts weiter?

Ungehindert dessen, sollte man sich immer Anregungen von anderen Menschen und vor allem erfahrenen Spezialisten holen. Daher gibt es auf der Kübernetik-Seite regelmäßig Kübernetiken von Experten in ihrem Fach. Ein Ernährungs-Experte wird sich sicher irgendwann auch dieser gestellten Gesundheit-Frage in ähnlicher Form widmen.

Vielleicht hast Du Glück und einer der Experten ist zufällig auf Deine wichtige Frage spezialisiert und macht eine ähnliche Kübernetik. Dann kannst Du Dir von Profis etwas abschauen und Deine Kübernetik weiter ausfeilen, um zu noch besseren Ergebnissen zu kommen.

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Manchmal werden sogar mehrere Experten auf nur eine einzige Lösung kommen. Dies wäre z.B. für bestimmte mathematische Fragen gegeben. In der Mehrheit sind Herausforderungen niemals alternativlos und eben kontextabhängig und individuell!

Nächster 3. Schritt

Im nächsten 3. Schritt wirst Du mit sogenannten Präfixen die Hauptwörter näher beschreiben.