Kübernetik-Workshop – nicht für jeden das Richtige

Im September 2019 hatte die Future-Academy [The Future Academy X – Awakening Human Potential…] beim Startup-Inkubator wayra [Germany] zu einer Kübernetik-Session eingeladen. 50 Teilnehmer erstellten in einer Stunde Workshop eine ihnen wichtige Kübernetik zu einer privaten oder beruflichen „Wie kann ich…“-Frage.

Kübernetik-Workshop bei der YOTX Academy im Telefonica Inkubator wayra
Kübernetik-Workshop bei der YOTX Academy im Telefonica Inkubator wayra

Anhand des Kübernetik-Canvas erarbeiteten alle ihre 3 Antwort-Sätze zu ihrer komplexen selbst gestellten Frage.

Kübernetik-Workshop

Mittlerweile führe ich wöchentlich Kübernetik-Workshops durch. Ob für Gründer, Konzerne oder in Meetups. Einzelne Teilnehmer oder in kleinen Teams bearbeiten ihre komplexe Frage, in dem sie Schritt für Schritt durch den 16-Schritt Prozess geleitet werden.

Learnings

Spannend finde ich, dass sich mittlerweile Muster abzeichnen, wem die Kübernetik wie hilft. Egal ob jemand ein privates Problem hat oder dieser als Manager oder Mitarbeiter eines Konzerns die Komplexität erfassen und steuern möchte.

So scheint es subjektiv betrachtet so zu sein, dass jeweils ein Drittel von der Kübernetik komplett geflashed ist und das Tool als heiligen Gral betrachtet. Das Feedback zeigt, dass viele davon die Kübernetik selbständig ohne Anleitung danach auch wieder für sich nutzen.

Das zweite Drittel findet es interessant, gemäß „aha, interessant, kenne ich jetzt auch„. Diese Gruppe wird die Kübernetik vermutlich, ohne einen Coach, nicht wieder aktiv von sich aus bei komplexen Fragestellungen heranziehen.

Der Rest ist „lost“ – zumindest ab einem gewissen Schritt. Meist beim Schritt 2 und 3, also Hauptwörter und Präfixe finden. Bevor es eigentlich mit der Kübernetik richtig losgeht.

Wer ist die richtige Zielgruppe für das Tool Kübernetik?

Es zeigt sich deutlich, dass Menschen, die ein Thema bisher nicht für sich lösen konnten, aber viel darüber nachgedacht haben und dabei sogar schriftlich Listen angelegt hatten, die Kübernetik im Speed-Mode abarbeiten können. Denn klar ist, je reflektierter man ein Thema bis dato durchdacht hat, desto schneller fallen einem die Hauptwörter und Präfixe ein. Irgendwann waren diese Gedanken so oder ähnlich bereits gedacht worden. Meist aber nicht komplett schriftlich fixiert und schon gar nicht im Zusammenhang betrachtet.

So fallen den meisten sehr schnell Einfluss-Größen ein, warum der oder die Ex daran Schuld war, dass die Beziehung gescheiter ist.

Ab einem gewissen Punkt des Durchdenkens und Verstehen-Wollens eines Problems passiert aber etwas Paradoxes: man ist stuck ob der vielen Dinge, Optionen, Gefahren, offenen Fragen. So kann es vorkommen, dass gerade der Reflektierte nicht ins Handeln kommt. Er steht sich selbst im Weg und ist stuck. Daher ist gerade für diese Menschen die Kübernetik der Ausweg schlechthin.

Die Methode gibt dem Anwender die Möglichkeit alle Gedanken strukturiert zu sammeln – es war also alles nichts umsonst bisher – zu ordnen und in gegenseitige Beziehung zu bringen. Und dann kommt die Magic: die Mathematik hilft, das Problem emotionslos aus der Vogel-Perspektive auf eine neutrale Ebene zu heben. Dadurch bietet sie einen Ausweg. Die Folge ist ein besseres Verständnis der jeweiligen Komplexität. Daraus entsteht die Handlungs-Fähigkeit, da die einfach zu berechnende Priorisierung anzeigt, in welcher Reihenfolge welche Einfluss-Größe angegangen werden soll. Unsichere Menschen haben jedoch schon mit 1. Klasse Mathematik ihrer Herausforderungen.

Auffällig ist, dass autodidaktisch-veranlagte Menschen, die viele Sach-Bücher lesen, tendenziell eher mutige Generalisten sind. Bisher sind daher Gründer, Unternehmer, Coaches und Berater die Kern-Zielgruppe, welche die Kübernetik gewinnbringend für sich erkennen und nutzen.

Für wen ist die Kübernetik das Falsche?

Menschen die stark in der Gegenwart und Vergangenheit leben, bei denen Probleme wie in einer Schleife im Kopf herumschwimmen, diese aber niemals schriftlich fixieren, diese können die Kübernetik erfahrungsgemäß weniger für sich nutzen.

Das komplexe Problem wird dann meist nicht aktiv selbst sondern fremdbestimmt gelöst. Denn die Gedanken, die um ein ungelöstes Problem kreisen, sind meist emotionaler Natur. Zu erkennen daran, dass der Schlaf über lange Zeit hinweg unruhig ist. Durch die emotionale Verwaschung der Einfluss-Größen für das eigene Problem, sind diese kaum als Begrifflichkeiten fassbar. Die Kübernetik lebt jedoch davon, dass es auf bisherige reflektierte Gedanken zurückgreift und diese kurz und knapp kommunizierbar macht. Denn nur dadurch können Einfluss-Größen schriftlich fixiert und mit anderen Menschen geteilt werden, um Feedback zu erhalten. Erst dann kann ich die Beziehung der Einfluss-Größen berücksichtigt werden und ein Ausweg gefunden werden.

Die Kübernetik ist nichts für Menschen, die nicht grundsätzlich bereit sind, handlungsfähig sein zu wollen.

Stark emotionale Menschen können mit der Kübernetik ohne Coach anfangs meist nicht viel anfangen. Meine Empfehlung hier: mit jemanden eher Rationalen im Freundeskreis reden oder einen Coach beauftragen. Dieser bespricht mit einem die komplexe Problematik. Er legt dabei viel Wert darauf, gemeinsam aus den Emotionen und erzählten Geschichten die relevanten Begrifflichkeiten herauszuarbeiten. Dann ist der erste Schritt getan, um das Problem wirklich zu bewältigen und die Kübernetik kann hier das Tools der Wahl sein.

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