1. W-Frage formulieren

W-Frage formulieren
1. Sektion im Kübernetik Canvas: die Wie-Frage formulieren

Canvas-Anleitung Schritt 1: Konkrete W-Frage formulieren

Die Kübernetik beginnt mir einer Dir wichtigen Frage, auf die Du letztendlich Antworten haben möchtest. Und wie heißt es so schön,

“Wer die richtige Frage stellt, erhält früher oder später auch die passenden Antworten”.

Wer ein Problem hat, sollte daher die richtigen Fragen stellen, das Problem zu beleuchten. Gemäß Einstein:

Wenn ich eine Stunde habe, um ein Problem zu lösen, dann beschäftige ich mich 55 Minuten mit dem Problem und 5 Minuten mit der Lösung.

Albert Einstein

Warum?

Wenn ich nicht weiß, was ich will, werde ich im wahrsten Sinne des Wortes nicht ankommen. Wer mit dem Auto nach Paris fahren möchte, dies in sein Navigationssystem eingibt, der wird unter normalen Umständen sein Ziel erreichen. Ja, er darf sogar Umwege machen. Wenn ich das Ziel kenne und mich auf den Weg gemacht habe, darf ich mir mitunter Zeit lassen oder die Schönheiten und Gelegenheiten am Wegesrand wahrnehmen. Selbst Widrigkeiten und Abwege bringen mich nicht dauerhaft auf eine falsche Fährte. Solange das Navigationssystem die richtige Frage gestellt bekommen hat, d.h. das Ziel „wie komme ich nach Paris?“, leitet mich das System bis ich es eben erreiche.

Take away

Wenn Du alles in diesem Buch vergessen solltest und Dir nur eine einzige Sache gemerkt haben solltest, dann dass Du im Leben immer versuchen solltest, der richtigen Frage auf die Spur zu kommen. Die richtigen Antworten brauchen ihre Zeit und kommen je nach eingesetzter Methodik und abhängig von der Situation früher oder später.

Die „gute“ Frage

In der Kübernetik ist die „richtige Frage zu stellen“ der erste und wichtigste Schritt. Selbst wenn Du hier stoppst, nachdem Du eine gute Frage für Dich gefunden hast, innehältst und vorerst nicht daran weiterarbeitest, hast Du Dich womöglich schon auf den Weg der Erleuchtung gemacht, Deine Antworten zu finden. Wenn Du es zulässt, werden Dir bestimmte Menschen, ungekannte Methoden, neue Erfahrungen dabei helfen.

Hast Du schon eine Dir wichtige Frage überlegt? Beispielsweise über Dein Glück, Dein Business, Deine Gesundheit, den Welthunger? Dann könntest Du Dir theoretisch auch die Frage stellen, „ist die Kübernetik die richtige Methode für diese meine Frage?“.

Übe zu fragen

Wenn Du die Kübernetik noch nicht kennst und geübt hast, dann darfst Du Dich nun auf den Weg machen, herauszufinden, ob die Kübernetik Dein Ding ist und Du immer bessere Fragen für Dein Leben stellen lernst. Je weiter und intensiver Du den Weg gehst, desto mehr Klarheit wirst Du Dir darüber verschaffen, ob und wann bzw. für welche Deiner Fragen die Kübernetik die Methode Deiner Wahl ist.  

Beginne sogleich

Da die „gute“ Frage für die folgenden Kübernetik-Schritte so wichtig ist, ist gleichzeitig Vorsicht geboten. Der Perfektionist läuft womöglich Gefahr hier over-zu-engineeren. Es zu genau zu nehmen, zu viel Zeit aufzuwenden, zu verzagen. Aber nicht weiterzumachen wäre kontraproduktiv. Vor der Angst, die Frage nun unbedingt perfekt stellen zu müssen, um ja keine Zeit zu verschwenden, solltest Du Abstand nehmen. Mit einer noch nicht optimalen Frage zu beginnen und die Kübernetik zu üben ist besser als die perfekte Frage zu finden. D.h. die „gute Frage“ ist die, mit der Du sofort beginnst, um zu aus Übung zu lernen.

Es liegt in der Natur des Konzeptes der Kübernetik, dass sie automatisch korrigierend einwirkt, wenn man sie geht. Vertraue darauf, dass jeder Schritt den Du nun tust auch derjenige ist, den Du gehen musst. Dann kommst Du am Ende auch an Dein Ziel. 

Regeln für Fragen

Sowie der Betrunkene den Laternenpfosten braucht, um sich auf den Füßen zu halten, so braucht mancher bei der Fragestellung noch etwas Halt. Im Folgenden daher einige Regeln, an die Du Dich halten kannst: 

  • Beginne am besten mit einer Wie-Frage: Natürlich kannst Du auch Wer-, Was-, Warum-, Wodurch-, Weshalb-, Womit-, Wo-, Wozu-, Woher-, Wohin-Fragen, etc. stellen. Der Vorteil der Wie-Frage ist jedoch, dass sie handelnd auf die Zukunft gerichtet ist. Eine Warum-Frage wird Dir ggf. keine Handlung abverlangen, aber zumindest erklärend helfen können. Z.B. „Warum ist der 2. Weltkrieg ausgebrochen?“.
  • Formuliere einen ganzen Fragesatz mit Hauptwort und Tun-Wort und Fragezeichen, so dass sie auch andere Menschen verstehen würden, wenn sie es lesen. Am besten mit maximal einem Nebensatz. Vermeide viele Schachtelsätze!
  • Nur eine Frage im Satz, keine Mehrfach-Fragen. Für jede Frage eine eigene Kübernetik, niemals vermengen! Negativbeispiel: „Wie entsteht der Klimawandel und wodurch lässt er sich aufhalten?“, sind zwei Fragen.
  • Stelle am besten eine ICH-/MICH-/Mir-Frage, falls Du etwas für Dich lösen oder verstehen möchtest. Beispiel: „wie kann ich mein Lebensglück verbessern?“. Eine Themen-Frage ist natürlich ebenso möglich, nur brauchst Du dann natürlich keinen 2. Antwort-Satz, was Du nun tun solltest. Wenn Du beispielsweise die Themen-Frage stellst „Wie funktioniert die Photosynthese?“ oder „Welche Auswirkungen hatte die Fussball-WM 2006?“ , dann hast Du persönlich keine Aufgabe zu lösen, hilft Dir aber natürlich, Dir dem Sachverhalt verständlich zu machen.
  • Je konkreter die Frage desto besser: Beispiel: „Welche positiven Auswirkungen hatte die WM 2006 auf die deutsche Gesellschaft?“ wäre noch besser.

Nächster 2. Schritt

Im nächsten 2. Schritt [2. Einfluss-Grössen brainstormen > Kuebernetik] wirst Du die Einfluss-Größen, die die Frage betreffen, brainstormen.