Persönliche Kübernetik: Wie ich selbst vergessen hatte, die Kübernetik zu nutzen?

Heute ist mir etwas passiert, das mir sogar etwas peinlich war. Weil ich mich bisher nicht entscheiden konnte, wie unsere Webseiten-Strategie einer meiner neuen Firmen aussehen sollte, hatte ich im Büro mal wieder in den Raum geworfen und die Kollegen genervt, dass ich stuck bin und nicht weiterkomme. Und das Trauerspiel ging schon seit zwei Monaten! 

Daraufhin meinte mein Partner Carsten, ob ich dazu nicht ne Kübernetik gemacht habe? Ich musste zögernd zugeben, nein!

Das Offensichtliche nicht gesehen

Nun mache ich wöchentlich mehrere Kübernetiken für mich, für meine Firmen, für andere Leute. Nur in diesem Fall war ich zögerlich, die Kübernetik für mein komplexes Problem anzuwenden. Warum? Weil ich so überfordert war, dass ich die Kübernetik nicht als Lösung gesehen habe. Das wirkt paradox: der Erfinder der Kübernetik wendet in der Not die Kübernetik selbst nicht an? Ja! Ich hatte einfach vergessen, dafür die Kübernetik zu Rate zu ziehen. Für mich selbst eigentlich unfassbar!

Mein Erklärungs-Versuch

Je mehr ich mich mit einem Thema beschäftige, ob im Beruf, Partnerschaft, etc. desto emotionaler wird es. Und dann verlässt einen gerne mal die Rationalität. Das eigentlich Offensichtliche, nämlich eine Kübernetik zur Frage zu machen, ist einem dann nicht mehr zugänglich. Nur andere Menschen im eigenen Umfeld können einem die Augen öffnen.

Und so hat mich Carsten mit seiner indirekten Kritik derart herausgefordert, dass ich sogleich die Kübernetik gemacht habe.

Unbewusst war mir schon klar, warum ich diese Kübernetik hinausgezögert hatte, obwohl ich mir seit Wochen Pro- und Contra-Punkte in Listen aufschreibe. Das Problem ist für mich extrem komplex und ich musste mich unbedingt entscheiden. Die hohe Komplexität war dann rückwirkend deutlich zu erkennen an den vielen, vielen Vernetzungen in der Beziehungs-Map. Aber so ist das eben. Je komplexer eine Frage, desto wichtiger ist es, die Kübernetik als Methode zu nutzen. Meiner Erfahrung nach haben viele Menschen, die die Kübernetik sogar schon kennen, gerade dann enormen Respekt vor der Aufgabe, wenn es eigentlich mehr notwendig wäre, sich eine halbe Stunde für eine Kübernetik zu nehmen. Dabei wäre es so einfach: einfach ein Blatt Papier nehmen und einfach machen.

Obwohl ich die Kübernetik in 25min fertig hatte, so hatte es mich diesesmal selbst Überwindung gebraucht. Aber für die Kübernetik nötige Brain-Power war so intensiv wie eine vier Stunden Vorlesung zu halten Die knapp halbe Stunde hat sich gelohnt!

Was war nun das Problem?

Ich wusste einfach nicht, wie ich vorgehen soll, eine Webseiten-Strategie für unsere neuen Produkte aufzusetzen? Nun habe ich selbst mehrere Webseiten auf WordPress und bin auch einigermaßen fit. Die neue Herausforderung ist aber, dass ich in meinem Software-Unternehmen die Strategie fahre, jeden Monat ein neues Produkt komplett zu launchen bzw. in eine eigene Firma auszugründen. Die zentrale Frage daher, soll nun jedes Produkt unter einer Haupt-Webseite eingehangen werden oder für jedes Produkt bzw. Firma eine eigene Domain plus Landingpage erstellt werden? Es gibt hier wirklich unzählige Kriterien, die es abzuwägen gilt.

Die schnelle Kübernetik

Ich hab ein Blatt Papier genommen – den Canvas brauche ich nicht mehr unbedingt – und folgende Kübernetik zusammen gekritzelt:

Persönliche-Kübernetik von Chris Eberl zu seiner Webseiten-Strategie
Persönliche Kübernetik von Chris Eberl zu seiner Webseiten-Strategie

Nun will ich nicht weiter ins Detail gehen, was die genauen Herausforderungen meiner Fragestellung waren. Auch nicht auf die einzelnen Einfluss-Größen, was sie bedeuten und welche konkreten Outcomes per Antwort-Sätze herauskamen.

Dieses Beispiel soll aber verdeutlichen, wie eine Kübernetik eben auch ohne den ausgedruckten Kübernetik-Canvas aussehen kann. Und dass man als geübter Kübernetiker in wenigen Minuten sehr komplexe Systeme erfassen kann. Vor allem habe ich nun einen Lösungs-Ansatz für mich. Zwei neue ToDos bin ich dann innerhalb einer Stunde angegangen bin und nun einen wichtigen Schritt weitergekommen bin.

Vertraue der Methode – sie wirkt!

Wenn Dir manchmal die Kübernetik zu aufwändig erscheint, anfangs vielleicht noch zu kompliziert anzuwenden, dann vertraue darauf, dass sie womöglich einfach die schnellste und effektivste Methode überhaupt für Dein komplexes Problem ist. Die Kübernetik nicht zu machen, kann daher ein Fehler sein und Du brauchst sehr viel mehr Zeit und Nerven, als wenn Du es nicht anpackst. Daher:

Überwinden, machen, verstehen, handeln!

Auch auf mich trifft das immer wieder zu, wie meine eigene Blockade deutlich zeigt. Die Kübernetik muss eben stets geübt werden.

Andere Menschen helfen

Dennoch, wenn ich als Kübernetiker schon nicht darauf gekommen bin, die Kübernetik zu nutzen, als es sinnvoll gewesen wäre, was braucht es dann noch?

Die Antwort ist einfach: einen anderen Menschen! Jemand, der Dich aufweckt und die Kübernetik kennt. Oder jemand, der Dir während eines Gedanken-Austauschs zumindest das Tool in Erinnerung ruft. Das kann ein Freund, Bekannter oder Coach sein. Denn jeder von uns ist gerne mal blind, wenn es einen selbst betrifft und einen etwas gleichzeitig schwer beschäftigt.

Dein ToDo!

Wenn Du also jemals stuck bist oder emotional lost, dann konditioniere Dich, Menschen zu fragen, was Du tun sollt. Und falls es Dir dabei gelingt, Dich an die Kübernetik zu erinnern, mach sie 🙂

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