Wie finde ich die Startup-Idee, die am besten zu mir passt? – eine Experten-Kübernetik mit Canvas

Der Erfolg eines Startups ist maßgeblich vom Gründer abhängig. In einem performanten Team gibt es auch immer nur einen wahren Visions-Träger, der die Umsetzungs-Power und Vorstellung innehält, wie die Zukunft aussehen sollte.

Nun stellt sich die Frage, wie findet man eine gute Geschäfts-Idee? Die Modelle eine bloße Markt-Chance zu sehen oder nur seiner Leidenschaft nachzugehen, haben sich leider überholt und zeigen keine deutlich höhere Erfolgs-Wahrscheinlichkeit. In schwierigen Situationen ist es nämlich meist sehr schwer, die Energie und Motivation aufrecht zu erhalten.

In der folgenden Canvas-Kübernetik habe ich meine Sicht der Dinge kurz veranschaulicht, die ich als Unternehmer und Uni-Dozent für Entrepreneurship mich erkannt habe. Es handelt sich dabei um das Gros der wichtigen Kriterien, wie man eine Idee für sich findet. Also die optimale Firma um sich herum aufbaut. Wer bei Apple in Cupertino arbeitet weiss, dass es immer noch an jeder Ecke in der Firma nach Steve Jobs aussieht und riecht.

Die Kübernetik-Frage

Wie finde ich die Startup-Idee, die am besten zu mir passt?

Die Einfluss-Größen und Beziehungs-Map

Die wichtigsten Einfluss-Größen

Aus meiner Sicht gelten alle folgenden. Zentral ist,

  • selbst die leidenschaftliche Zielgruppe zu sein
  • mind. 10 weitere Buddies als potentielle Kunden kennen
  • Zugang und Möglichkeiten zu 10k Leuten in Communities kennen, besser zu haben (z.B. über bereits genutzte Verbände, Foren)
  • mind. 1000 Stunden im Leben schon in eine konkrete Tätigkeit investiert zu haben (z.B. Klavier spielen, Excel-Tabellen mit Macros gebaut, etc.)
  • starke eigene (Minderwert-)Komplexe zu haben und kennen, die man auflösen möchte (z.B. Angst vorm Dunkeln – siehe Thomas Edison, den Erfinder der Glühbirne)
  • wo es egal ist, dass man den 2-10 fachen des Durchschnitts-Preises bezahlt, weil es einem eben wichtig ist (z.B. für den 5er BMW gibts Extras im Wert von 15k€, während man sonst beim Lidl einkauft um zu sparen)
  • wo kann ich (theoretisch) zu 100% selbst liefern ohne anfangs ein Team haben zu müssen
  • wo habe ich produktive Skills, also Fähigkeiten die ich anderen Menschen in Form eines Outputs zur Verfügung stellen kann (z.B. Schreiben, Programmieren, Singen, etc.)
  • wo habe ich einen Unfair-Advantage, z.B. einen reichen Onkel, einen Informations- oder Kompetenz-Vorteil?

Beziehungs-Map

Die dazugehörige Vernetzung in der Beziehungs-Map in folgender Grafik.

Hinweis: Es ist mir wichtig, dass eine Kübernetik nicht schön aussehen muss. Besser man macht sie schnell und dahin gekritzelt als gar nicht oder überlegt zu viel. Es geht im ersten Schritt fast immer darum, sich selbst klar zu werden. Weniger es anderen kommunizieren zu machen. Das ist natürlich im zweiten Schritt bzw. in der Team-Arbeit essentiell.

Startup-Idee

1. Antwort-Satz

Das Wichtigste, damit ich die passende Startup-Idee finde ist, dass ich einen Unfair-Advantage habe – z.B. einen Informations- oder/und Kompetenz-Vorteil – und dass ich mind. 10 Buddies der Idee persönlich kenne, die sofort kaufen würden.

2. Antwort-Satz

Beginnen sollte ich mit den Steuer-Faktoren, dass ich mir klar mache, wo ich schon mal mindestens 1000h meiner Zeit im Leben investiert habe. Ebenso welche produktiven Skills ich dabei erworben habe, mit denen ich in der Lage bin, den relevanten Output für das Startup anfangs (!) selbst alleine liefern im Stande zu sein.

Fazit

In der Kombination entfalten die Einfluss-Größen die Power-Geschäfts-Idee.  Diese ist auch selten kopierbar, weil sie aus Deinen persönlichen Fähigkeiten und Motivatoren ensteht.

Es kann nun sein, dass man keinen Ansatz gefunden hat, der alle Kriterien erfüllt. D.h. dass man für sich selbst erstmal keinen Unfair-Advantage kennt oder bisher nur konsumierend unterwegs (z.B. Lesen, Filme schauen oder Gamen) war und deshalb wenige produktive Fähigkeiten herausgebildet hat, die man zum Nutzen für andere, d.h. potentielle Kunden, verwenden kann. Das bedeutet  aber nicht, dass das in einigen Jahren noch so ist!

Dranbleiben!

Wer im Leben immer wieder Neues startet, dranbleibt, durch das Eingehen von Risiken besondere Kompetenzen entwickelt und neue Nischen-Zielgruppen für sich als spannende Menschen entdeckt, der wird irgendwann obige Kriterien erfüllt haben. Es ist nur eine Frage der intensiven Aktivität, der Schlagzahl. Wer häufiger aufs Tor schießt, trifft statistisch öfter. Nur dann findet der geneigte Gründer die Startup-Idee, die mehr hat als 1% Erfolgswahrscheinlichkeit.

Doch Vorsicht

Die meisten Gründer-Wannabes, die ich kenne und nie starten, entschuldigen sich selbst ständig damit, ihren Job nicht zu kündigen und noch warten zu müssen, weil sie ja noch nicht die perfekte Idee hätten. Das ist natürlich Selbstbetrug und eine selbst gestellte Falle, die nur auf Angst basiert das Falsche zu machen.

Manchmal braucht es auch ein gescheitertes Startup, um die Kompetenzen für das erfolgreiche Business überhaupt zu erwerben. Es gibt so gut wie nie eine Abkürzung zum Traumleben. Wenn es so wäre, dann wäre jeder Bill Gates oder Larry Page und könnte machen was er wollte. Der Pfad seine Potentiale auszuschöpfen führt eben über die Prüfung extreme Herausforderungen zu bestehen.

Mache es Dir also dadurch leicht, indem Du nutzt WER Du heute bist (Deine 1000h, Komplexe, etc.) dafür der zu sein, DER Du sein kannst!

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